Ein langes Wochenende sollte es werden, nur Männer, Boote, Bier und am liebsten jede Menge Hechte.
Nuja, lange wurde geplant, viel Krempel wurde gekauft, die Boote wurden poliert, alles war bereit, der erste richtige Ausflug mit dem eigenen Boot.
Mit von der Party sollten sein:
Käptn Helmi mit seinem Bootsjungen Lemming auf dem MS-Helmi III ..
und auf dem zweiten Boot Käptn Matze mit Piel als blindem Passagier.
Schnell noch beim Lidl eingekauft, 5 Pakete Käse an Bord und auf Richtung Mecklenburg!
Erste Ernüchterung …. -4 Grad bei der Abreise, Ende April … na das kann was werden.
Aber Wetter war gutes angesagt, viel Sonne sollte es geben… Wäre ja ne Idee gewesen vielleicht etwas Sonnencreme einzupacken, aber darauf kommt natürlich keiner 🙂
Das sollte sich bitterlichst rächen …
Lange Rede kurzer Sinn … es ging fast Non-Stop durch nach MeckPomm, lediglich ein kleiner Stopp MUSSTE einfach sein, sonst hätte es ein Unglück gegeben …
Auf der Fahrt zweifelten wir schon am Thermometer des Autos … immernoch MIIINUS .. oha.
Endlich angekommen, sieht ja geil aus!

Jetzt gabs kein Halten mehr!
Runter mit den verdammten Planen, schnell dem Fischer 200 Euro in den Rachen geworfen und rein mit den Booten!
Wir waren voller Tatendrang und hohen Erwartungen!
Hier musste der Hecht doch gestapelt stehen!

Nichts wie die Boote ins Wasser gekippt, jede Minute zählt und wurde bereits in verlorenen Hecht umgerechnet.
Wir sind zwar noch relative „Jung-Kapitäne“, aber geslippt wurde in Rekordzeit!

Bereits kurze Zeit später schaukelten unsere Boote das erste mal in unverseuchtem Wasser, das erste Mal nicht auf der Saale!
Na hoffentlich halten sie die fehlende Chemie im Wasser aus …

Die Boote wurden startklar gemacht … für manch einen hiess das einfach:
Rein setzen und warten was passiert.

Alle verfügbaren Löcher im Boot wurden mit Ruten vollgestopft, könnte ja was kaputt gehen und man wollte auf alle Eventualitäten vorbereitet sein!
Am Material sollte es nicht liegen!
Mit 10cm mehr Tiefgang als normal hiess es dann:
Gentlemen, please start the engines!

Der süsse Duft der Freiheit wehte uns um die Nasen, das frisch verbrennende Öl des 2-Taktgemisches zauberte einen romatischen Nebel auf den See 🙂 Das unrunde Laufen der kalten Motoren war wie Musik in unseren Ohren …. Wir konnten den Hecht förmlich schon schmecken!
So muss das sein!
Warum auch immer, wir mussten an die gute alte S50 denken … naja, weiter im Text.
Boote laufen ………… oder?
Ich sehe Sorgenfalten auf Matzes stirn .. läuft zwar, aber so richtig?
Das hatten wir doch letztes Jahr auch schon!
na erstmal auslaufen ..

9 kmh im Kanal ….
na prima 🙂
Das ist so, als setzt man aufgeregten Kindern Spielzeug direkt vor die Nase und sagt ihnen, dass sie damit nicht spielen dürfen.
Nur gucken, nicht anfassen!
Wir tuckelten durch den Kanal .. weder Matzes noch mein Tacho zeig so niedrige Geschwindigkeiten korrekt an, also Gas bis sich wenigstens was bewegt!
Wollten schliesslich endlich die fast unendlichen Fanggründe des Kölpinsees erreichen!

Aber kaum auf dem See gabs dann kein Halten mehr .. wir sind nicht nur zum Angeln hier, auch Boot fahren wollten wir 🙂
Also fahren wir!
Matze etwas eingeschränkt durch seinen nicht so ganz richtig arbeitenden Motor und ich mit vollgas gings los!

Aber naja, nur wegen dem Bootfahren waren wir aber auch nicht hier, also hiess es so langsam mal, Köder klar und bereit machen zur ersten Schlepprunde.
Schliesslich hatten die Schleppkarten extra gekostet, also musste auch mal geschleppt werden.
Matze hatte das wohl noch nicht gemacht und hatte da wohl was falsch verstanden, muss das so aussehen?:

Wir schleppten erstmal eine Runde über den Fleeeeeeeecepulloversee und es gab auch schon bald den ersten Biss … kurze Zeit darauf dann landete der erste Fisch im Boot, ein strammer Hecht, der die Erwartungen nun absolut in die Höhe schnellen ließ

Wir fischten uns also über den See, wollten aber dann in den Kölpin fahren und taten das auch. Man ist das geil wenn man mal nicht nur mit 5ps unterwegs ist!
kann man „mal eben schnell über den See fahren“, ohne, dass man zusätzlichen Proviant aufnehmen muss um auf der langen Reise nicht zu verhungern.

Fische gabs dann auch noch, nur leider wurden sie immer kleiner 🙂

Aber nuja, zumindest fingen am ersten Tag FAST alle ihren Fisch, nur einer, der hier aber nicht weiter erwähnt werden möchte kam am ersten Tag mit hängenden Ohren und als Schneider wieder in den Hafen.

Am Abend gings dann erschöpft und durchgefroren wieder in den Hafen zurück, viel gefangen haben wir nicht, dafür den Arsch abgefroren und die Gesichter verbrannt, aber so ist das leben auf See eben 🙂
Dafür gings dann aber chillig und entspannt durch die Innenstadt von Malchow, mit dem Boot, schon cool irgendwie.

Zurück im Hafen gabs dann erstmal zwei wichtige Dinge zu erledigen!
1. Grill an machen, denn auf einem der beiden Boote war das Essen knapp 🙂 Auf dem anderen dagegen wurden die Fische mit Würstchen angefüttert, aber so ist das leben, furchtbar ungerecht!
2. Matzes Motor in Gang bringen, war ja klar was es nur sein konnte, Vergaser dreckig, wie beim letzten mal.
Also wurde der Grill angemacht und die Vergaser in akribischer kleinarbeit auseinander gebaut und gründlichst gereinigt.
Auf den Hinweis vom Bootsmann …. „Vergiss aber auch dann nicht den Kerzenstecker wieder drauf zu stecken“ kam dann erst ein „Hab ich doch gar nicht abgezogen du Blödmann“ und kurz darauf fror Matzes Miene ein 🙂
Nunja, es gibt zwar Kriechströme .. aber 20 Zentimeter vom hängenden Stecker zur Kerze kriecht wohl nix 🙂
Naja, Vergaser ist jedenfalls auch Sauber!
Aber alles halb so wild, denn:

Hast Mahahooooni du an Deck,
lass ruhig den Kerzenstecker weg!

nach kurzem Grillen gings dann erschöpft in die sehr schöne Ferienwohnung und neben einigen Bier, einer guten halben Flasche Whiskey wurden auch noch ein paar Colabier gekillt und so kam der erste Tag zum Ende 🙂

Zzzzzzzzzzzzzzzz…………

Wenn ein Tag so endet, kann der nächste nur so anfangen:
Viel zu spät und mit Kopp!
Viel zu spät gings los, das Wetter war einfach wunderbar!!!!!!! Für alles wäre es wunderbar gewesen, nur nicht zum Angeln 🙂
Trotz intensivster Bemühungen gabs nur Schniepel, wir fingen zwar paar Hechte (naja, einer fing leider nix)..
Das Angeln war zäh und schwierig, kein Wind, Ballersonne auf den Schädel und wenig Fisch.
Selbst ausdauerndes Werfen mit „BigBaits“ wurde nicht belohnt 🙂
Jedenfalls hielt Lemming das für groß ….. naja, sagt ja einiges aus 😀

Aber er fing (:

Auch ich fing, natürlich nur kapitale:

Am letzten Tag waren die Bedingungen dann wieder etwas besser, zumindest gab es Wind.
Wir drifteten nochmal eine Weile über den See und fingen (fast alle) nochmal paar Fische.
Lemming konnte ganz zum Schluss nochmal einen etwas besseren Hecht an einer Kante fangen und damit gings dann zu ende.

Fischmäßig waren wir relativ enttäuscht, besonders einer von uns, welcher aber nicht näher genannt möchte. Aber nicht so schlimm, Fischschleim macht sich schlecht auf Mahahhooooni, also alles richtig gemacht 🙂

Wettermäßig haben wir leider voll in die Sche*** gegriffen, der plötzliche Umschwung hat den Fischen scheinbar das Maul vernagelt, es wurden jedoch einige bessere Fische gefangen, nur leider konnten wir das immer nur als Zuschauer beobachten 🙂

Ich fand trotzdem ziemlich schön und werde im Mai auch nochmal in der Ecke unterwegs sein. Vielleicht geht ja da etwas mehr, bekanntlich fange ich äusserst schlecht bis gar nicht, wenn der liebe Lemming in meiner direktn Umgebung irgendwo unterwegs ist 🙂
In diesem Sinne …